Warum ich Philosoph bin

Ich will gedanklich hoch hinaus, in die sternenhafte Fernheit der Erkenntnis, die uns doch formt. Meine Seele soll sich wandeln, entwickeln und steigern. Mir steht der Sinn ganz und gar nicht danach, am Boden zu bleiben. Ich bin ein ätherisches Wesen, das vielleicht nichtig ist, in einem vergänglichen Körper. Dieses ist das Entscheidende, egal in welcher Welt wir uns zu befinden glauben mögen. Ich will das Wesen der Dinge schauen und die vollkommene Wahrheit finden. Ich werde Wanderer in die Wildnis meines Geistes.

Warum erscheint die Realität so beliebig? Sie ist eine von vielen möglichen geworden. Die Grenzen des Öffentlichen und des Privaten sind radikal verschoben worden. Das Öffentliche prägt das Private, dieses zeigt sich in seiner ganzen Banalität. Die Welt scheint aus Banalitäten gewoben zu sein, bis man sich wundert, dass gerade dieses und Ereignisse einfach so passiert. Die existenzielle Nacktheit der Phänomene wird in ihrer Widerspiegelung durch das Öffentliche in neue kulturelle Strömungen übersetzt, d.h. neue Lebensentwürfe und neue Begriffe und neue Moden. Die Absurditätsvergessenheit eines Ichs, das durch und durch der Evolution, der Kultur und der direkten Vorfahren geprägt ist, und quasi nichts von sich selber hat, und trotzdem meint, die pathologische Ichfetischisierung mit Willensfreiheit gleichsetzen zu müssen, wird nur dadurch übertroffen, dass dieses in exponentiell wachsende Prozesse gespannt ist, und sein Ausgang entweder in einem Herausgeschleudertwerden besteht, oder in einer neuen Entwicklungsstufe der Menschheit.


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